Zu dünn ist auch nichts: Die Magersüchtigen kommen

Enwicklung AnorexieUnter Magersucht, Anorexie versteht man wörtlich übersetzt “Appetitlosigkeit”. Die bekannteste Form der Anorexie ist die (Anorexia nervosa). Die Hauptform der Magersucht, die Pubertätsmagersucht (Anorexia nervosa) ist durch eine extreme Ablehnung der Nahrungsaufnahme gekennzeichnet, die zu bedrohlichem Abmagern, nach neueren klinischen Studien bei bis zu 10 % der Erkrankten sogar bis zum Tode führen kann. Sie tritt in 90 bis 95 % der Fälle bei (vorwiegend intelligenten und ehrgeizigen) Mädchen oder jungen Frauen auf, jedoch beobachtet man in den letzten Jahren eine Zunahme der Magersucht bei Jungen beziehungsweise jungen Männern. Meist fängt eine Magersucht im Alter zwischen 12 und 19 Jahren an.

Wesentliches Kennzeichen der Krankheit ist, dass trotz Hungers nicht gegessen wird und fast jedes Mittel recht ist, um abzunehmen, so z. B. Fasten, Erbrechen, körperliche Aktivität, Missbrauch von Abführmitteln und Entwässerungsmitteln. Übergänge zur Bulimie sind nicht selten. Gesundheitliche Folgen der Magersucht sind z. B. Kreislaufprobleme und schlechte Durchblutung, Verstopfung, Konzentrations- und Schlafprobleme, bei Mädchen bleibt oft die Monatsblutung aus.

Hinweise auf Anorexie (Magersucht)

  • Gewichtsverlust von 20% innerhalb kurzer Zeit (ca. 3-4 Monate) z.B. 12 kg bei ursprünglichen 60 kg und einer Größe von 1,70 m.
  • Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt durch streng kontrollierte und eingeschränkte Nahrungsaufnahme, übertriebene körperliche Aktivitäten, selbst induziertes Erbrechen oder Abführen (anfallsartig).
  • Ständiges, übertriebenes gedankliches Kreisen um Nahrung und Körperschema.
  • Extreme Angst vor Gewichtszunahme.
  • Körperschemastörung (der eigene Körper wird immer als fett wahrgenommen, auch wenn schon deutliches Untergewicht besteht).
  • Perfektionismus.
  • Hyperaktivität.
  • Fehlende Krankheitseinsicht.
  • Ausbleiben der Monatsblutung.

Lange Zeit sah man die Ursache der Magersucht in einer Reifungskrise, wobei man annahm, dass die Betroffenen unbewusst die Entwicklung zur Frau ablehnen und mit der Nahrungsverweigerung kindliche Körperformen beizubehalten hoffen. Heute weiß man, dass bei der Entstehung der Magersucht zumindest mehrere Ursachen eine Rolle spielen, so z. B. eine genetische Veranlagung, Störungen der Körperwahrnehmung, familiäre Anlagen (z. B. Trend zu Perfektionismus und übergroßer Anpassung), Spannungen in der Familie, für die die Magersucht eines Mitglieds sozusagen als »Blitzableiter« dient, aber ebenso das vorherrschende superschlanke Schönheitsideal unserer Gesellschaft, dem viele Mädchen und Frauen entsprechen wollen. Eine Heilung wird nicht aus eigener Kraft geschafft. Die meist verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch orientierte Therapie der Pubertätsmagersucht kann (bei lebensbedrohlichem Gewichtsverlust gilt das ohnehin) anfangs oft nur stationär eingeleitet werden; häufig widersetzen sich Patienten und Angehörige zunächst auch einer Therapie oder brechen diese ab, weil dadurch die Konflikthaftigkeit der familiären Struktur deutlich werden könnte.

Weblinks
Magersucht Bildauswahl von medicalpicture
BZgA Webseite zum Thema Essstörungen

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